Land und Leute

Welche Strukturen liegen der Armut in Lateinamerika und insbesondere in Guatemala zugrunde und warum können wir mit Ihren Spenden effektiv helfen? 

Das ist Don Tomás. Er ist Vater von sechzehn Kindern. Wahrscheinlich wird keines der Kinder je zur 

Schule gehen können. Obwohl Don Tomás viel und hart arbeitet, fällt es ihm schwer, die achtzehnköpfige Familie zu ernähren. Das kleine Feld, auf dem er Mais und Avocados anbaut, liegt einen eineinhalbstündigen Fußmarsch von seinem Zuhause entfernt in den Bergen. Die Familie wohnt in einer notdürftig befestigten Wellblechhütte. Vier Personen teilen sich ein Bett.

Gekocht und geheizt wird an einer Feuerstelle; ständig steht Rauch in der Hütte und erschwert das Atmen. 
So wie der Familie von Don Tómas geht es vielen Menschen im Hochland Guatemalas. Gerade dort, abseits der üblichen Touristenpfade, fehlt der Bevölkerung und besonders den Kindern vielfach eine Perspektive. Hoffnung bauen e.V. möchte hier helfen die Hoffnung zu bewahren und Chancen geben. 

Gründe der Armut

Guatemala ist eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. Nach UN-Berichten leben 56% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, das heißt, sie haben weniger als zwei Dollar pro Tag zur Verfügung. Die Gründe hierfür sind vielschichti., Einfluss nimmt in jedem Fall, dass die Wirtschaft Guatemalas sehr stark auf Landwirtschaft ausgerichtet ist. Devisen kommen praktisch nur durch den Export von Kaffee, Bananen und Zucker ins Land, was die Wirtschaft Guatemalas sehr anfällig gegenüber Naturkatastrophen oder Preisschwankungen auf dem Weltmarkt macht.

Hinzu kommt, dass das nutzbare Ackerland ungleich verteilt ist. 90% der Bauern müssen mit der Bewirtschaftung von durchschnittlich 1-2 Hektar ihre Familien ernähren, während 2% der Landbesitzer über 60% der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche verfügen. Diese wirtschaftlichen Eliten lassen große Teile der Bevölkerung in vielfach prekären Bedingungen zu geringen Löhnen für sich arbeiten und haben  wenig Interesse, an dieser Situation etwas zu ändern. 

Ideen für Landreformen werden frühzeitig mit aller Gewalt bekämpft. Bereits in den 50er Jahren waren von Präsident Arbenz angestrebte Landreformen und Enteignungen Auslöser für einen Jahrzehnte langen Bürgerkrieg, der bis 1996 andauerte. Auch heute noch berichtet Amnesty International immer wieder von gewaltsamen Vertreibungen im Zusammenhang mit Landkonflikten. Immer wieder kommt es dabei auch zu Toten.

Strafverfolgung müssen die „wirtschaftlichen Eliten“ dabei selten fürchten. Ein aufgrund jahrzehntelanger Konflikte, hoher sozialer Ungleichheit und wiederholter politischer Skandale schwacher Staat mit unzureichend entwickelten und kaum unabhängigen Institutionen begünstigen die Fortexistenz eines „extralegales Machsystem“, das die Wirtschaft sowohl mit der Politik und dem Polizeiapparat als auch dem organisierten Verbrechen verbindet. Hinzu kommt gerade in der jüngeren Vergangenheit die zunehmende Präsenz mexikanischer Drogenkartelle, die ihren Einfluss in verschiedenen Landesteilen ausweiten und zunehmend eine Gefahr für den Rechtsstaat darstellen.

Gerade junge Menschen sehen oft keine andere Möglichkeit als auszuwandern. Mittlerweile sind ganze Dörfer von den Rücküberweisungen aus den Vereinigten Staaten abhängig.

Ein weiteres Problem sind Jugendbanden, die so genannten „Maras“. Über 200.000 Jugendliche werden ihnen in Guatemala zugerechnet. Viele der Bandenmitglieder kommen aus zerrütteten Familien. Alkoholmissbrauch, Arbeitslosigkeit und kaum vorhandene Chancen auf eine bessere eigene Lebensperspektive führen letztendlich dazu, dass die Jugendlichen irgendwann nicht mehr mit der Situation in der Familie zu Recht kommen und ausreißen. Die Banden stellen für sie eine Art Familienersatz dar, hier erfahren sie Respekt und ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Verbrechen, die den Maras zur Last gelegt werden, reichen von Diebstahl über Drogengeschäfte bis hin zu Menschenhandel und Mord. Dabei verdienen die Jugendlichen oft ein Zehnfaches dessen, was sie als Zeitungsverkäufer, Schuhputzer oder Autowäscher erwirtschaften könnten.

Besonders erschreckend ist die Zahl der Frauenmorde, die im Jahr 2005 nach Angaben von Amnesty International dramatisch gestiegen ist. Danach wurden im Jahr 2005 „mindestens 665 Frauen und Mädchen brutal ermordet“. Die Morde gingen oft mit sexueller Gewalt und extremer Brutalität einher.

Unsere Motivation

Natürlich sind wir uns dessen bewusst, dass wir mit unserer Arbeit an den grundsätzlichen Missständen im Land kaum etwas ändern können. Bestehende strukturelle Defizite, Ineffizienz und soziale Ungleichheit sind vielschichtige Probleme, die langfristge Ansätze und eine Kooperation der verschiedenen Akteure notwendig machen.

 Vielfach wird als unmittelbare Maßnahme eine umfangreiche Landreform gefordert, gefolgt von einem Neuaufbau des Justizapparates. Hierbei stößt man allerdings schnell auf  Widerstand, nicht zuletzt, weil die bestehenden Machtstrukturen durch ein nicht zu unterschätzendes Maß an krimineller Energie und bestehende Strukturen aufrechterhalten werden. 

Mit unseren Projekten versuchen wir entsprechend, zumindest für einige Menschen die Chancen auf einen Ausweg aus der Armut zu verbessern und eine Aufbruchsstimmung in eine bessere Zukunft zu erzeugen. Hierbei arbeiten wir daran, die Lebensumstände einzelner möglichst umgreifend und unmittelbar zu verbessern. Durch unser Engagement in Bildung und Gesundheitsversorgung leisten wir zudem einen wichtigen Beitrag, auch strukturell einen Wandel zu begünstigen, dessen Ziel eine vermehrte Chancengleichheit und ein höherer Lebensstandard  in Guatemala ist.

Wir wollen einen Teil dazu beitragen!

Wir unterstützen Familien, indem wir ihnen ein stets trockenes und der Gesundheit zuträgliches Hause zu Bauen und ihren Kindern die Chance auf Bildung geben! Wir hoffen, sie dadurch zu befähigen, einen Ausweg aus Bildungs- und finanzieller Armut zu finden. Langfristig hoffen wir, sie so auch  für die allgemeinen Verhältnisse in ihrem Land zu interessieren. Denn dies kann nachfolgend auch auf politischer Ebene Veränderungen ermöglichen.

Das Land Guatemala

Auf einer Fläche, die etwa der Bayerns und Baden - Württembergs entspricht, beherbergt Guatemala eine herausragende landschaftliche Vielfalt. Ein fruchtbarer Küstenstreifen am Pazifik, die Vulkane des Hochlandes, eine versteckte Ecke Karibik und die Weiten des tropischen Regenwaldes im Norden bieten Besuchern des Landes abwechslungsreiche Reisemöglichkeiten. 

Auf einer Fläche, die etwa der Bayerns und Baden - Württembergs entspricht, beherbergt Guatemala eine herausragende landschaftliche Vielfalt. Ein fruchtbarer Küstenstreifen am Pazifik, die Vulkane des Hochlandes, eine versteckte Ecke Karibik und die Weiten des tropischen Regenwaldes im Norden bieten Besuchern des Landes abwechslungsreiche Reisemöglichkeiten.

Der immense Reichtum an atemberaubenden Naturkulissen und zahlreichen Spuren der Mayakultur, die archäologisch bis heute nicht vollständig erschlossen sind, stehen im krassen Gegensatz zu der erschreckenden Armut im Land. Guatemala gehört, wie auch die Nachbarstaaten El Salvador, Honduras und Nicaragua zu den ärmeren Staaten der Welt: Sozial-Indikatoren wie der Gini-Index, welcher die berühmte „Schere“ der Einkommen bemisst, Kindersterblichkeit, und Alphabetisierungsrate zeichnen ein wenig ermutigendes Bild. 

36 Jahre Bürgerkrieg sowie in unregelmäßigen Abständen wiederkehrende Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Hurrikans (z.B. „Stan“ im Jahre 2005) haben die Entwicklung der Region nachhaltig verzögert und immer wieder zurückgeworfen.Erschwerend kommen ethnische Probleme hinzu. Guatemala ist der einzige Staat Mittelamerikas, in dem die Nachkommen der Ureinwohner – die so genannten Indígenas – noch die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Ihre Integration in die „moderne“ Gesellschaft gestaltet sich oft problematisch. Über 20 indigene Sprachen und häufig nicht vorhandene Spanischkenntnisse machen die Kommunikation mit den Mestizen, den Nachkommen der spanischen Konquistadoren, oft schwierig. Häufig werden sie Opfer sozialer Diskriminierung und sind von politischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. 

Mit einem jährlichen Zuwachs von etwa 100.000 Menschen ist die Hauptstadt, Guatemala Stadt, die am schnellsten wachsende Metropole Mittelamerikas. Über ein Viertel der etwa 13 Millionen „Chapines“, wie sich die Bewohner Guatemalas selbst nennen, lebt offiziell dort. Drastischere Schätzungen sprechen bereits von über fünf Millionen Einwohnern. Antigua, eine knappe Autostunde von Guatemala Stadt entfernt, ist seit Jahren eines der favorisierten Ziele von Backpackern und Sprachstudenten.

Die Kolonialstadt lockt mit einem atemberaubend schönen Stadtbild und ihrer einmaligen Lage, ist sie doch von drei Vulkanen umschlossen. Auch hat das Nachtleben aufgrund zunehmender Touristenströme mittlerweile westliche Standards erreicht, wobei die Stadt dennoch ihren unnachahmlich kolonialen Charakter bewahren konnte. 

Quetzaltenango, mit 200.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Guatemalas, ist der wichtigste Umschlagsplatz, vor allem für Waren der indigenen „Campesinos“, und der zentrale Knotenpunkt des Hochlandes.Unweit von hier befindet sich auch Chichicastenango, dessen Wochenmarkt, der der bekannteste des Landes ist, zu einem der Highlights einer Guatemala-Reise gehört.Die Maya-Stätte Tikal im Norden Guatemalas ist, neben Palenque in Mexico, das bedeutendste erhaltene Erbe dieser präkolumbianischen Hochkultur und wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit des Landes. Von den Tempeln der „Verlorenen Welt“ aus zu beobachten, wie des Abends die Sonne in der Weite des Dschungels versinkt, ist für viele der unvergesslichste Eindruck ihrer Reise. Zudem ist es lohneswert, den Besuch in Tikal mit einem Aufenthalt auf der nahe gelegenen Halbinsel Flores zu verbinden, welche aufgrund ihrer Lage ein weiteres touristisches Ziel darstellt 

Weiterführende Links:

Tourismus

Seitdem sich Mitte der neunziger Jahre die politische Lage im Land beruhigt hat, erfreut sich Guatemala steigender Touristenzahlen. Viele besuchen das Land augrund der dort günstigen Spanisch-Kurse, der Vielzahl an Maya-Fundstätten und der atemberaubenden natürlichen Vielfalt. Weitere beliebte touristische Ziele sind:

Der „Lago de Atitlán“ , an dessen Ufern eine Vielzahl kleinerer Gemeinden liegt, die >15 verschiedene Sprachen sprechen. 

Die Stufenwasserfälle von „Semúc Champey“ und die nahe gelegenen Tropfsteinhöhlen in Lanquín.

Der „Largo Izabal“, der größte See Guatemalas, einer der wenigen Orte der Welt an dem man Süßwasserhaien begegnen kann.

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